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| Der Stolperstein in Neuenfelde - als Mahnung und Gedenken zugleich.Seit 1997 verlegt der Künstler Gunter Demnig die Gedenksteine für Opfer des NS-Regimes aus Messing - überall dort, wo die Ermordeten zu Hause waren. |
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Schwander fragt nach NS-Gedenken
Aufkommende Debatte über "Stolpersteine" in Stade - Erste Anfrage im Kulturausschuss - Bedenken von der CDU-Führung
Stade.
Hinter den Kulissen der Stader Politik ist in der Sommerpause eine Debatte über so genannte Stolpersteine entstanden, mit denen auf Opfer im Nationalsozialismus aufmerksam gemacht wird. Jetzt gibt es eine erste offizielle Anfrage für den Kulturausschuss.
Seit 1997 verlegt der Künstler Gunter Demnig die Gedenksteine für Opfer des mörderischen NS-Regimes aus Messing - überall dort, wo die Ermordeten zu Hause waren. Unter der Überschrift "Hier wohnte" stanzt der Künstler ihren Namen und ihr Schicksal in das Metall. Bislang wurden rund 19 000 Stolpersteine in Deutschland, Österreich, Ungarn und in den Niederlanden verlegt und in Gehwege eingelassen. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern werde die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.
Der erste Stolperstein im Elbe-Weser-Gebiet wurde im Juni in Neuenfelde zum Gedenken an Möbeltischlermeister Wilhelm Buchholz (1888 - 1945) verlegt (das TAGEBLATT berichtete).
Bei einer Umfrage über die Praxis in anderen Städten hat das Abendblatt jüngst einen Beschluss aus den Annalen der Stader Politik ausgegraben. Schon 2004 sprachen sich der Stader Ausschuss für Kultur und Tourismus sowie der Verwaltungsausschuss dagegen aus, die Stolpersteine zuzulassen. Damals hat ein Künstler aus Hamburg beantragt, die Steine auch in Stade zu verlegen. Doch die Mehrheit aus CDU, FDP und Wählergemeinschaft (WG) im Stader Rat war dagegen.
Jetzt keimt die Debatte wieder auf: CDU-Ratsmitglied Andreas Schwander hat eine Anfrage für die nächste Sitzung des Kulturausschusses gestellt. Schwander. "Die Frage, wie den Opfern des nationalsozialistischen Verbrecherstaates angemessen und auch individuell zu gedenken ist und ob dies in ausreichendem Maße geschieht, ist auch über 60 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges von großer Bedeutung, gerade auch auf kommunaler Ebene." Dies sei wichtig, um Tendenzen einer Verharmlosung oder Relativierung des NS-Staates entgegen zu treten und zum anderen, um auch den jüngeren Generationen die Verantwortung vor Augen zu führen, die die deutsche Geschichte allen für die Zukunft auferlegt habe.
Schwander will deshalb von der Verwaltung wissen, wie viele Menschen von 1933 bis 1945 aus ihren Wohnungen in Stade deportiert und später ermordet wurden und an welche dieser Menschen durch Gedenktafeln bereits erinnert werde.
Dass die Debatte in Stade kontrovers verlaufen wird, ist in Ansätzen zu erkennen, denn der CDU-Fraktionsvorsitzende Karsten Behr hat sich bereits gegen Stolpersteine ausgesprochen - auch sein Parteifreund Dieter Bohlmann sieht keinen Bedarf. Die Stelen am Sande und an der St. Wilhadi-Kirche sowie die Tafeln an der ehemaligen jüdischen Synagoge am Cosmae-Kirchhof und am Pastor-Behrens-Haus würden an das Leid der NS-Zeit erinnern.
Derweil haben sich die CDU-Abgeordneten Martina Krogmann (Bundestag) und Kay Seefried (Landtag) für die Stolpersteine ausgesprochen, die aber derzeit noch von keiner Fraktion beantragt wurden.
(wst)
29.07.2009
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